Kommunikations - Tipps: Wie vermeide ich Streit?

Wer kennt es nicht? Man macht einen kleinen (dummen) Scherz und die andere Person reagiert nicht wie erwartet, sondern ist böse. Schnell entwickelt sich dies zum Streit. Doch so wichtig Streit auch sein mag - wie vermeide ich ihn?

Zunächst: Streit entsteht meist durch gegenseitige/wechselseitige Anstachelung und Provokation, anfangs meist scherzhaft, jedoch falsch aufgefasst.

Passend hierzu: "Aus Spaß wurde Ernst. Ernst ist jetzt 4 Jahre alt." - Quelle unbekannt.

Eine andere häufige Ursache von Streits sind - natürlich - Fehler. Dinge, die wir "verbockt" haben. Worte, die andere verletzen.

Man kann hierbei verschiedene Taktiken anwenden:


1. Sende Ich-Botschaften.

"Ich finde das war nicht richtig von dir" ist besser als "Das war nicht richtig von dir". Der Unterschied ist, dass ersteres eine MEINUNG ist, letzteres ein URTEIL.

Meinungen sind subjektiv und können auch falsch sein. Meinungen kann man zu allen möglichen Themen haben - man bleibt gleichgestellt mit der anderen Partei. Über Meinungen kann man diskutieren.

Urteile dagegen sind oft allgemein gültig, "verurteilen" oft den Gegenüber und suggerieren, man stelle sich auf eine höhere Ebene und schaue auf den Anderen herab. Ein gebildetes Urteil ist in der Regel fundamental und kann nicht einfach angefochten werden. Auch eine Diskussion ist zumeist eine Sackgasse.

2. Sei respektvoll.

Um die Konstellation der Ebenen wieder aufzugreifen: In einer harmonischen und funktionierenden Beziehung (muss keine Liebesbeziehung sein) ist vor allem Respekt wichtig. Wenn man kritisiert wird, aber dennoch weiß, dass man wertgeschätzt wird, fällt es einem leichter, Kritik positiv aufzufassen und darüber zu sprechen. Es ist daher essentiell, stets respektvoll mit der anderen Person umzugehen. Dies leitet quasi selbstverständlich zu Punkt 3 über.

3. Hilf deinem Gegenüber, sein Gesicht zu wahren.

Tut man dies nicht, sondern sorgt dafür, dass die andere Person ihr Gesicht verliert, wird diese nicht kompromissbereit sein, sondern abblocken und sich zurückziehen.

4. Vermeide Vorwürfe.

Vorwürfe sind leider der direkteste, aber bei weitem nicht der beste Weg, das anzusprechen, was einem auf der Seele lastet. "Du interessierst dich nicht für mich." Ein klassisches Beispiel. Das Problem dabei ist, dass das Gegenüber jetzt in Erklärungsnot gerät. Es wird in die Ecke gedrängt. Denkt es, dass es keine passende Erklärung parat hat, oder wird die Erklärung nicht akzeptiert, wird wahrscheinlich ein ähnlicher Effekt eintreten, wie in Punkt 3 geschildert.

5. Stelle Fragen.

Unsere moderne Gesellschaft wird von mir auch gerne als Informationsgesellschaft tituliert. "Wir wollen, ja, wir brauchen Informationen, um uns in der Gesellschaft behaupten zu können." ©UYB
Wer viele Informationen erhält, weiß mehr, als andere und kann Situationen besser einschätzen. Er ist handlungsfähiger. Wirkt das Gegenüber zerstreuter, abgelenkter, aggressiver oder generell nicht wie üblich, bietet es sich an, vorsichtig zu fragen, was los ist, wie der Tag war, etc. Wichtig ist, einen Überblick zu bekommen.

Vergleichen wir das ganze mit einem Zahn und den Schmerzen an diesem. Die Oberfläche tut weh, der Schaden befindet sich allerdings oft in der Wurzel. Die Probleme der Menschen liegen nicht an der Oberfläche, sondern an der Wurzel der Gedanken.

Die Wurzel der Zerstreutheit, Aggression etc. zu kennen, kann äußerst nützlich sein. Seine Hilfe bei der Lösung des Problems anzubieten, Trost zu spenden, oder einfach zuzuhören, kann helfen.

6. Benutze Gemeinschaftswörter.

Beispiele hierfür: "Wir", "Uns"
Auf diese Art und Weise wird eine Art Gemeinschaftsgefühl erzeugt, die Individuen verschmelzen zu einem Ganzen. Es entsteht ein eingeschworenes Team. Da wir evolutionär gesehen auf Gruppen angewiesen sind, stehen die Chancen generell besser für eine friedliche Einigung.

7. Verweise auf vergangene, gemeisterte Situationen.

Dies lässt das Gegenüber an die "guten, alten Zeiten" zurückdenken. Unser Gehirn löscht einen Großteil der negativen Erfahrungen, die positiven bleiben und nehmen Überhand. Somit wird der anderen Person suggeriert, dass es wieder so glücklich werden wird, wie es - zumindest in seiner Erinnerung - damals mit dir war.

8. Male ein metaphorisches Zukunftsbild.

Vorsicht an dieser Stelle! Hier liegt nicht zwangsläufig direkte Proportionalität vor! Mehr Kreativität heißt nicht immer bessere Resultate.

Allerdings lässt Kreativität und Zukunftsvision auf drei "I"'s schließen: Interesse, Intelligenz und Innigkeit.

Interesse an der anderen Person ist immer wichtig und einer der Grundbausteine einer Beziehung.
Intelligenz ist ein positives Attribut.
Innigkeit gibt der anderen Person zu erkennen, dass sie dir wichtig ist.

Zuviel Zukunftsschwärmerei kann aber auch schnell unglaubwürdig wirken und auf Ablehnung stoßen.

9. Bleib immer du selbst!

Es spricht selbstverständlich nichts dagegen, hier und da ein wenig zu tricksen, aber um natürlich zu bleiben, sollte man nicht zu tief in die Trickkiste greifen. Auch hat sich das Gegenüber für eine Beziehung (welcher Art auch immer) mit dir entschieden, nicht mit mir, oder einem anderen Ratgeber.

10. Es ist meist besser, sich zu entschuldigen, als ein Ende der Beziehung zu provozieren!

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass eine Entschuldigung weder weh tut, noch bedeuten muss, dass man im Unrecht ist. Es bedeutet nur, dass einem die andere Person wichtiger ist, als im Recht zu sein.


In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende und - hoffentlich - eine möglichst lange, streitfreie Zeit mit euren Liebsten.
Und denkt immer daran: Use your Brain.

19.7.15 00:35

Letzte Einträge: Wozu ein Blog?, NACHDENKEN: F.Nietzsche Zitat, Gedanken über den Erfolg -> Tipp fürs Leben, Bin dann mal weg..

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